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Diese Geschichten gehören erzählt
14.3.2025
Wanderausstellung im Kirchenkreis informiert über Kirchenasyl

Kirchenkreis. Unendliches wird in diesen Zeiten berichtet von Migration und Abschiebungszahlen. Attentate verstärken das Misstrauen. Wo bleibt da der einzelne Mensch? Seit Anfang Januar hat der Evangelische Kirchenkreis Geflüchtete und deren Geschichten zu Wort kommen lassen.
Die Ausstellung „Zuflucht bieten – Gemeinsam hoffen“ erzählt auf zwölf Roll-Ups bewegende Fluchtgeschichten von Menschen, deren kaum zu ertragendes Schicksal sich durch ein Kirchenasyl ins Positive gewendet hat. Zu der Ausstellung gehört auch ein Ensemble aus Bett, Tisch, zwei Stühlen und Brot. Sie stehen für die drei Bs, die man für ein Kirchenasyl braucht: Bett, Brot und Beziehungen.
Eine blinkende Rettungsweste deutet auf die Notlagen hin, in die Menschen auf der Flucht oft geraten. Da ist in mehrfacher Hinsicht Rettung notwendig. Die Warnfarbe Orange bestimmt daher die Ausstellung. Sie bringt Licht und Wärme in die Dunkelheit.
Elisabeth Patzsch, Koordinatorin der Flüchtlingshilfe im Kirchenkreis: „Als ich die Ausstellung im Herbst 2024 beim Ökumenischen Netzwerk Asyl in der Kirche in Münster gebucht habe, konnte niemand ahnen, dass wir sie der Zeit des Bundestagswahlkampfes haben würden, wo das Thema Flucht so negativ besetzt war. Die Hoffnung der Rettung von Menschen, die in der Ausstellung steckt, war ansteckend.“

So hat die Ausstellung von Mitte Januar bis Mitte März an sieben verschiedenen Orten im Kirchenkreis gestanden und Menschen allen Alters dazu eingeladen, über Flucht und Migration nachzudenken. „Ich habe alle sieben Orte erleben und begleiten dürfen und blicke nun voller Dankbarkeit auf die letzten Wochen zurück. Es war spannend, wie unterschiedlich die Roll-Ups und Möbel in den unterschiedlichen Kirchen und Gebäuden gewirkt haben und zur Geltung kamen.“
Rund um die Ausstellung wurden drei Gottesdienste, ein interreligiöses Gebet und zwei Andachten gefeiert. Dabei waren an mehreren Stellen auch ehemalige Gäste, die im Kirchenkreis im Kirchenasyl waren, beteiligt. Patzsch: „Die Wiedersehensfreude zwischen ihnen und den Unterstützer:innen war berührend.“
Auch Konfirmand:Innen, Schülergruppen und unterschiedliche Gemeindegruppen verfolgten sehr interessiert die Infos zum Thema Flucht und Kirchenasyl. Eigene Fluchtgeschichten wurden erzählt und neue lebendig. Neue Ehrenamtliche boten ihre Unterstützung an. Auch die Spendenbereitschaft war groß. „Die Ausstellung „Zuflucht bieten – Gemeinsam hoffen“ war ein Segen für uns“, resümiert Patzsch.