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Nähmaschinen rattern wieder
20.3.2025
Kleiderschneiderei arbeitet schon auf Soester Fehde hin

Von Klaus Bunte
Soest. Die Kleiderschneiderei der Soester Fehde hat ihre Arbeit nach der Winterpause wieder aufgenommen. Damit will das Team rund um Krista Schinkel zugleich darauf hinweisen, dass das Mittelalterfestival auch in diesem Jahr wieder stattfinden wird. Beteiligte aus zwölf Nationen werden am ersten Wochenende im August in Soest erwartet.
Für all diese Hundertschaften schneidert das Grüppchen, das sich ehrenamtlich in der früheren Gastwirtschaft „Eselstall“ in der Leckgadumstraße engagiert - natürlich nicht nur für die Soester. Mittlerweile habe sich die Aufgabe ohnehin etwas gewandelt, gibt Wolfgang Ehlers zu verstehen: „In den ersten Jahren des Bestehens der Kleiderschneiderei seit 2008 war sie vor allem dazu gedacht, die Soester Mittelalterszene anzukurbeln, indem sie die Fehde-Teilnehmer und interessierte Bürger umfangreich unterstützte beim Nähen von Gewändern und Accessoires, der Beschaffung und dem Verkauf von Stoffen, Schuhe, Taschen oder anderem Zubehör, dem Erstellen von Schnittmustern in verschiedenen Größen, der Weitergabe von entsprechender Literatur und Informationen zum Leben im Mittelalter oder Durchführung von Nähkursen. Heute dagegen besteht ihre Aufgabe vielmehr darin, Dienstleistungen für die Veranstalter zu erbringen, also die Wirtschaftsförderung den Verein Soester Kulturforum.“
Schwerpunkte seien dabei die Ausstattung für das Schauspiel „Das Kalkül“, das am Wochenende zuvor abermals als Musical, aber diesmal openair im Rathausinnenhof stattfinden wird, für die Aufführungen des „Sturms auf die Stadt“ in der Gräfte und für den großen Umzug samt Huldigung des neuen Landesherren.
Da die Gewandungen für diese Anlässen weitestgehend bestehen, belaufen sich die Arbeiten im Wesentlichen auf Reinigung, Reparaturen, Ausbesserungen oder Änderungen, wenn die Darsteller der einzelnen Figuren wechseln, oder den Ersatz, wenn ein Gewand zu sehr gelitten hat. Neue Gewandungen würden derzeit nicht gefertigt.
Daher weist Krista Schinkel auch darauf hin, dass es nur in seltenen Fällen möglich ist, sich privat fürs Fehde-Wochenende ein Gewand zu leihen, „denn das Musical, der Sturm und die Huldigungsszene haben absoluten Vorrang.“ Sprich: Verliehen werden kann nur, was überall dort nicht benötigt wird.
Ehlers: „Wenn auch die Aktivitäten der Kleiderschneiderei nach außen etwas eingeschränkt erscheinen, so hat sich doch der harte Kern der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Eselstall erhalten. Regelmäßige Treffpunkte sind neben den umfangreichen Arbeiten in der Kleiderschneiderei im monatlichen Wechsel die gemeinsamen Frühstücksrunden und die abendlichen Stammtische. So auch heute unser monatlicher Stammtisch, im nächsten Monat dann wieder die Frühstücksrunde.“